Station 07: Osttirol

STATION 07: OSTTIROL

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Touristinformation Matrei in Osttirol
Rauterplatz 1
A - 9971 Matrei in Osttirol
matrei@osttirol.com

OSTTIROL – BERG-ELDORADO AM SÜDBALKON DER ALPEN

Zwischen den mächtigen Felsen der Hohen Tauern und den malerischen Lienzer Dolomiten befindet sich ein Wanderparadies der Extraklasse. Der Großglockner, mit 3.798 m der höchste Gipfel Österreichs, bildet hier zusammen mit 265 weiteren Dreitausendern das Dach Österreichs. Ein gut ausgebautes Wegenetz und viele Bergbahnen für den leichten Aufstieg führen zu einer Vielzahl von Aussichtspunkten auf ständig neue Panoramen. Ob ausgedehnte Streckenwanderungen, spannende Mountainbike-Trails oder informative Rundwege - hier lassen sich für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel die passenden Touren finden. Aber auch Klettersteiggeher und Bergsteiger kommen hier voll auf ihre Kosten.

Wer die ganze Vielfalt Osttirols erkunden will, kann "Osttirol's Glockner-Dolomiten Card" nutzen, die auch im benachbarten Südtirol Vergünstigungen bietet. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt über die Großglockner Hochalpenstraße mit ihren überwältigenden Panoramen?

Der fast 1.850 Quadratkilometer große Nationalpark Hohe Tauern ist der größte Nationalpark Mitteleuropas. Seine hochalpinen Berge, riesigen Gletscher, baum-bestandenen Hochgebirgstäler, ausgedehnten Wälder, bunten Wiesen, reißenden Flüsse und stillen Seen bieten eine eindrucksvolle Tier- und Pflanzenwelt. Der 1981 eingerichtete Nationalpark ist übrigens auch der älteste Nationalpark Österreichs. Hier leben ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzen und an die 15.000 Tierarten. Acht Monate im Jahr herrscht hier tiefster Winter, Frühling und Herbst fallen nahezu aus. In den wenigen Sommermonaten aber zeigen sich die Hohen Tauern in ihrer unglaublichen Pracht und Vielfalt. Mit ein wenig Glück kannst du sogar Bartgeier und Steinadler beobachten. Und wer weiß, vielleicht kreuzt auch noch ein Steinbock deinen Weg oder die Murmeltiere pfeifen dir was. Wenn du hier die Wanderschuhe schnürst, liegt dir das Beste der Ostalpen zu Füßen. Dazu kommen wilde Wasser in Trinkwasserqualität und traumhafte E-Mountain-bike-Routen. Du magst es lieber auf die sanfte Tour? Dann besuche doch einfach deinen persönlichen Kraftort. Ursprüngliche Landschaften, magische Orte und faszinierende Naturschauspiele bieten dir immer die passende Erholung. Auch Radfahrer kommen hier auf ihre Kosten. Weil Osttirol südlich des Alpenhauptkamms liegt, ist Sonnenschein häufig inklusive. 1.000 Kilometer Mountainbike-Routen warten auf dich. Bei dieser Streckenlänge finden alle Biker, egal wie geübt, was sie suchen.

NATUR-KRAFT-WEG UMBALFÄLLE

KEY FACTS
  • Streckenlänge: ca. 6 km
  • Schwierigkeit: mittel mit anstrengenden Passagen und viele Rastmöglichkeiten
  • Aufstieg gesamt: 385 m
  • Start: Parkplatz Ströden bei Hinterbichl/Prägraten
  • Dauer: (Halb-)Tagestour 1 ½-2 ½ Stunden Wanderung plus ca. 2-3 Stunden Besichtigung der Attraktionen am Wegrand
  • Besonderheit: Aussichtsplattformen; viele Erklärungen zu Geologie, Tier- und Pflanzenwelt
Tipps: Am spektakulärsten sind die Umbalfälle im Sommer. Dann schwitzt die Sonne den Schnee des Gletschers „Umbalkees“, und nachmittags erreicht die abfließende Wassermenge ihren Höhepunkt.

Insbesondere im Spätfrühling und Hochsommer ist der Besuch der Umbalfälle besonders lohnend. Dann fließt das Schmelzwasser des Umbalgletschers zu Tal und an den berühmten Umbalfällen bietet sich ein besonders beeindruckendes Naturspektakel. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit lohnt sich ein Besuch. Entlang der Kataraktstufen informiert der 1976 eröffnete und erst kürzlich von Grund auf erneuerte 1. Wasserschaupfad Europas spektakuläre Erlebnisse. Aussichtsplattformen lassen jeden Besucher die Wasserfälle hautnah erleben.

Unsere Wandertour beginnt am (gebührenpflichtigen) Parkplatz Ströden bei Hinterbichl/Prägraten. Wir folgen der Straße einige Meter bis ins Tal (1.400 m). Wir wenden uns nach links und betreten den Nationalpark Hohe Tauern. Im Hintergrund erhebt sich der 3.666 Meter hohe Großvenediger. Vögel zwitschern, und in der Ferne hören wir bereits das Rauschen der Umbalfälle. Der ansteigende, befestigte Almweg bis zur Islitzer- und Pebellalm ist eine leichte Wanderung, die auch für Kinder, ältere Menschen und mit Kinderwagen gut geeignet ist. Nach etwa einer halben Stunde gemütlichen Wanderns erreichen wir die Almhütten und überqueren 1.513 Meter über dem Meeresspiegel auf einer massiven Brücke die Isel.

Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann hier die Wanderung abbrechen, die Umbalfälle von unten bestaunen und auf dem gleichen Weg zum Parkplatz Ströden zurückkehren. Wer besser zu Fuß ist, folgt uns weiter bergauf. Hier beginnt der Wasserschaupfad, der schwierigere Teil unserer Wanderung. Für den Wasserschaupfad solltest du ein bis zwei Stunden reine Gehzeit einplanen. 130 Höhenmeter sind zu bewältigen. Aufgrund der vielen Attraktionen am Wegesrand solltest du aber besser mit zwei bis drei Stunden rechnen. Der schmale Pfad verläuft steil an den Umbalfällen entlang und lässt uns tief in eine Wildwasser-Wunderwelt eintauchen. In wohl kaum einem anderen Teil der Hohen Tauern zeigt sich die landschaftsformende Wirkung und das Wesen eines Gletscherbachs so beeindruckend wie hier. Entfesselte Wassermassen stürzen sich über mehrere Stufen tosend zu Tal - direkt neben dem Weg. Das glattgeschliffene Gestein des Flussbetts und die ausgewaschenen Hohlräume an den Felswänden der Katarakte (sogenannte Kolke) lassen uns die Urkraft der fließenden Wassermassen erahnen. Die noch junge Isel zaubert hier eindrucksvolle Kunstwerke in das Gestein. Plattformen entlang des Wegs ermöglichen spektakuläre Blicke in die Schlucht und auf die Stufenfälle. Über sieben Stationen schlängelt sich der Schaupfad entlang der beeindruckenden Schlucht.

Donnern und Tosen erfüllt die vom Gischtnebel des Wasserfalls geschwängerte Luft. Im oberen Teil der Fälle halten sich bei unserem Besuch (Ende Mai 2019) immer noch hartnäckige Schneefelder. Zum Glück haben wir den Wegverlauf zuvor auf unser TAHUNA geladen. Also starten wir unser GPS-Gerät, rufen den GPX-Track auf und können so dem Weg durch den teilweise noch meterhoch liegenden Schnee problemlos folgen. An der Blinig-Brücke (1.655 m), die wir nach etwa zwei Stunden und 255 Höhenmetern erreichen, kehren wir um. Wir gehen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind. Zwar gibt es noch einen Alternativweg, aber der ist bei unserem Besuch noch gesperrt.

Auf dem Rückweg besuchen wir nochmal die bis zu 30 Meter über der Schlucht liegenden Aussichtsplattformen und blicken auf die tief unter uns tosenden Wassermassen. An einem anderen Aussichtspunkt zaubert die Gischt jetzt einen Regenbogen über die Isel.
Die Wanderung entlang eines der letzten noch unverbauten Gletscherbäche an der Südabdachung der Hohen Tauern hat uns verzaubert. Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir zurück zum Ausgangspunkt. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, auch bei vermeintlich einfachen Wanderungen immer ein TAHUNA GPS-Gerät dabei zu haben. Sonst hätten wir nämlich das obere Viertel der Umbalfälle nicht sicher kennenlernen können.